Geld anlegen: Lohnt es sich noch, in Sachwerte zu investieren?

Geld anlegen

Für das Geld auf dem Konto gibt es keine Zinsen mehr. Selbst bei einer geringen Inflation verliert Geld zunehmend an Kaufkraft. Aus diesem Grund sind in den vergangenen Monaten sämtliche Vermögenswerte massiv angestiegen. Lohnt es sich noch, in Sachwerte investieren? Wie kann man sein Geld anlegen, sodass es seinen Wert erhält?

Geld anlegen
Wie kann ich mein Geld anlegen, wenn es keine Zinsen gibt? – Bildquelle: Pixabay

Lässt man seine Ersparnisse bei einer positiven Inflationsrate in einem zinslosen Umfeld auf dem Konto, verlieren sie an Wert. Angenommen, der Zins liegt bei 0% und die jährliche Inflationsrate bei 2%, dann verliert das angelegte Geld innerhalb von 35 Jahren die Hälfte seiner Kaufkraft (man kann dies mit dem Zinsrechner nachrechnen).

Man sieht, dass es sich selbst bei einer moderaten Inflation nicht lohnt, Geld fürs Alter anzusparen. Zudem gibt es systemische Risiken: Die Zentralbanken haben im vergangenen Jahr viel Geld gedruckt, sodass das Risiko einer unkontrollierten Inflation besteht.

In den Vergangenen Monaten sind sämtliche Sachwerte massiv im Wert angestiegen. Da stellt sich die Frage: Lohnt es sich, jetzt noch in Sachwerte investieren?

Meine Antwort ist: Ja. Ich bin Fan der physischen Investitionen, weil ich der Europäischen Zentralbank und dem Euro nicht wirklich traue. Es geht mir nicht um möglichst hohe Renditen oder Vermögensaufbau (wer bereits investiert hat, kann sich freuen, da praktisch alles an Wert gewonnen hat). Es geht um Vermögenserhalt.

Ganz wichtig: Ich mache keine Anlageberatung und verstehe weder diesen Beitrag noch diese Website so. Es gibt tausende Seiten, Blogs und Youtube-Videos zum Thema Geldanlage – mehr als genug Quellen, um sich eingehend mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Im Folgenden geht es um eine generelle Markteinschätzung meinerseits, da ich oft gefragt werde: Was würdest du machen? Alles ist also meine aktuelle persönliche Einschätzung, mit dem Wissen, dass ich nichts weiß, sondern lediglich überlege, was sinnvoll sein könnte. Alles ohne Gewähr. Niemand kommt darum herum, selbst zu überlegen und zu entscheiden!

Grundprinzip: Risikostreuung

Das Grundprinzip des Investierens lautet: Streuen. Nicht alles auf ein Pferd setzen. Nicht alle Eier in einen Korb legen. Wenn eine Anlage nicht so gut läuft, kann eine andere dies ausgleichen. Diese Anlagestrategie ist einleuchtend und sinnvoll.

Zu kompliziert sollte es nicht werden. Auch ich will nicht meine ganze Lebenszeit damit verbringen, mich mit Geldanlage auseinander zu setzen.

Im Folgenden einige Investitionsmöglichkeiten, die ich mir überlegen würde, ganz bewusst ohne Gewichtung (Nochmals: ich verstehe mich nicht als Anlageberaterin):

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Gold

Beginnen wir mit meinem Favoriten: Gold. Das Edelmetall ist seit Jahrhunderten eine beliebte Kapitalanlage. Aus guten Gründen: Gold hat einen intrinsischen Wert. Gold ist haltbar und verliert im Laufe der Zeit nicht an Wert.

Denn die Goldvorräte der Erde sind begrenzt. Gold kann nicht einfach neu gedruckt werden. Der Goldabbau ist aufwendig. In den letzten Jahrzehnten wurde jährlich im Schnitt 1-2% neues Gold gefördert. Der Preis von Gold droht also nicht durch ein plötzliches Überangebot zu sinken.

Die einzige Gefahr, die ich mir vorstellen könnte: Würden die Menschen einen Weg finden, Gold künstlich herzustellen, würde Gold an Wert verlieren. Allerdings halte ich dieses Szenario nicht für plausibel. Bisher hat es niemand geschafft, Gold aus anderen Chemikalien zu synthetisieren.

Daher bietet Gold meiner Meinung nach einen soliden, langfristiger Schutz vor Inflation. Der Goldpreis ist 2020 bereits stark gestiegen. Ich könnte mir vorstellen, dass er dennoch weiter steigt. Weil die Nachfrage nach dem vergleichsweise sicheren Anlagegut Gold steigt. Und selbst wenn dem nicht so ist, ist es unwahrscheinlich, dass der Goldpreis langfristig stark sinkt.

Zum Goldkauf: Ich würde zum Kauf von physischem Gold raten. Und das Gold würde ich nicht im Bankschließfach aufbewahren. Nur dann gehört einem das Gold im Zweifel wirklich. Davon abgesehen sind Bankschließfächer teuer.

Bis Ende 2019 konnte man durch ein sogenanntes Tafelgeschäft bei einem Goldhändler anonym bis zu 10.000 Euro Gold kaufen. Seit 2020 liegt das Limit für solch ein Tafelgeschäft bei 2.000 Euro. Diese Gesetzesänderung spricht eine klare Sprache: Noch ist es möglich, Gold per Tafelgeschäft zu kaufen. Ich würde (falls so viel Vermögen vorhanden auch mehrmals) im Rahmen eines Tafelgeschäfts Gold kaufen.

Aktien und ETF

Die Aktienmärkte boomen. Nachdem die Börsen im März 2020 eingestürzt sind, haben sie sich zwei Monate später wieder erholt und Ende 2020 wurden immer neue Höchststände erreicht. So erreichte auch der DAX im März 2021 mitten im Lockdown ein neues Allzeithoch. Ich sehe dem DAX ungläubig beim Steigen zu. Manche Aktien stiegen im November und Dezember 2020 nochmals um 100% an. Die Aktienmärkte scheinen von der Realwirtschaft losgelöst. Lohnt es sich da, noch in Aktien zu investieren?

Ich betrachte die Börse als einen Spekulationsort. Zocker hatten in letzter Zeit ihre Freude. So sehe ich auch die Zukunftsaussichten der Aktienmärkte: Es sieht danach aus, dass sich auf den Börsen Blasen gebildet haben, und dass es demnächst zu einem Crash kommt. Es muss aber nicht so sein. Genauso gut kann es sein, dass die Aktien nochmals steigen. Mit dem gleichen Argument wie für andere Vermögenswerte: weil die Nachfrage nach Aktien steigt, da viele Menschen eine Aktie für sicherer als Geld auf dem Konto halten.

Das ist die Crux: Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Eine gewisse Sicherheit. Selbstverständlich ist die Investition risikobehaftet, jedes Unternehmen kann bankrott gehen oder an Wert verlieren. Dennoch hat der Investor mehr in der Hand als bloßes Papiergeld.

Eine beliebte Alternative zu einzelnen Aktien sind ETF (Exchange Traded Funds). ETF sind Fonds. Eine Sammlung verschiedener Wertpapiere, die gebündelt werden und einen Index nachbilden. Das macht die EFT etwas weniger volatil als die Investition in einzelne Aktienwerte. Jedoch gilt auch hier: Sollte es einen Crash an den Aktienmärkten geben, werden kollektiv die meisten Werte einbrechen. Auch ETF. Es handelt sich keinesfalls um sichere Anlagen.

Von komplexeren Finanzprodukten rate ich generell ab, außer man hat Lust zu zocken.

Immobilien und andere Sachanlagen

Immobilien sind für mich der Inbegriff der physischen Wertanlage.

Immobilienpreise sind wie alle Vermögenswerte in den letzten Jahren rasant angestiegen. Und sie steigen weiter. Auch hier kann man sich fragen, ob es eine Blase auf dem Immobilienmarkt gibt. Es mag sein.

Immobilien schützen vor einer Inflation und es ist schön, etwas Eigenes zu haben. Dennoch gilt: Eigentum verpflichtet. Und eine Immobilie ist kein Selbstläufer.

Wer sich selbst ein schönes Objekt kaufen will, um darin selbst zu wohnen und etwas Passendes findet, der sollte sich von den aktuellen Marktpreisen nicht abschrecken lassen. Wer es sich leisten kann, eine (kleine) Wohnung kreditlos zu bezahlen, kann sich das ebenso überlegen.

Allerdings wäre ich vorsichtig bei einer hohen Kreditaufnahme und bei einem Kauf von Immobilien ausschließlich zu Anlagezwecken. Sollte es eine hohe Inflation geben, würden Schulden zwar weginflationiert werden – jedoch kann es genauso gut sein, dass der Staat Steuern auf Eigentum erhöht und Menschen mit nicht abbezahlten Immobilien bei einer Inflation »einfach so davonkommen lässt«.

Eine kostengünstige Alternative zu einer Immobilie könnte es sein, in ein Grundstück, eine Wiese, etwas Wald, ein Gartengrundstück etc. zu investieren. Auch wenn der Markt relativ abgeschöpft aussieht: Man sollte die Augen offen halten und nachsehen, was sich in der Umgebung tut.

Kryptowährungen

Vielleicht wird Bitcoin das Wort des Jahres 2021? Er ist in aller Munde. Er jagt ebenso wie der Dax von Rekordhoch zu Rekordhoch. Ende Februar 2021 gab es beim Bitcoin innerhalb weniger Tage einen fast 20%-igen Einbruch. Mitte März steht er wieder nahe am Allzeithoch. Betrachtet man den Kurs im Verlauf des letzten Jahres, sieht man eines: einen exponentiellen Kursanstieg.

Sind Kryptowährungen wie der Bitcoin nur heiße Luft und Spekulation? Je mehr ich über Kryptowährungen, Bitcoin und die dahinter liegende Blockchain-Technologie lese, desto überzeugter und begeisterter bin ich. Ich glaube, dass diese Art der Währung Zukunft hat.

Ich kann mir vorstellen, dass der Wert des Bitcoin weiter steigt. Aus einem bekannten Grund: Die Nachfrage steigt, weil immer mehr Menschen das Vertrauen in die Zentralbankwährungen wie den Euro oder Dollar verlieren. Ein riesiger Vorteil des Bitcoin: Anders als der Euro, Dollar etc. ist der Bitcoin in seiner Menge begrenzt.

Man kann beobachten, dass große Unternehmen sich zunehmend für den Bitcoin interessieren und die Zahlung mit Bitcoin erlauben.

Dennoch: Der Bitcoin-Kurs ist volatil. Auch wenn Bitcoin bisher eine Erfolgsgeschichte war, so hat sich das System noch nicht dauerhaft auf dem Markt bewiesen. Lars Erichsen hat die Frage, ob man Bitcoin kaufen sollte, in einem Podcast in etwa so beantwortet: Ja – und dabei kommt es nicht darauf an, ob der Kurs bei 23.000 $ oder 30.000 $ liegt (das war Ende 2020, im Februar 2021 muss man sagen: ob bei 50.000 $ oder 55.000 $). Wer sich Bitcoins kauft, sollte sich jedoch bewusst darüber sein, dass die Investition spekulativ ist. Man sollte Bitcoins nur erwerben, wenn man damit leben kann, dass das Geld irgendwann weg sein könnte. Ergänzung von mir: Mit guten Chancen, dass der Wert sich vervielfacht.

Fremdwährungen

Zu guter Letzt noch eine Alternative: Geld in Devisen anlegen. Die EU macht enorme Schulden. Auch die USA sind hoch verschuldet. Ich traue den großen Währungen nicht so richtig. Die Schweiz hängt von Europa ab und in dem kleinen Land ist sicherlich nicht alles perfekt, dennoch habe ich in die Schweiz und in den Schweizer Franken mehr vertrauen als in andere Währungen. Es könnte eine Überlegung sein, einen Teil seines Geldes auf einem Fremdwährungskonto zu deponieren – in einer Währung, die man für sicherer als die eigene hält.

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