Blockchain: Die Technologie hinter Bitcoin

Die Blockchain ist die Technologie (oder korrekter: eine der Technologien) hinter Bitcoin. Sie birgt großes Potenzial und schafft weitreichende Anwendungsmöglichkeiten. Manch einer spricht gar von einer Blockchain-Revolution und einer Erfindung, die so weitreichend wie das Internet selbst ist.

Symbolbild für die Blockchain-Revolution
Bildquelle: Pixabay

Blockchain – was ist das?

Blockchain ist durch Bitcoin in aller Munde. Sie ist jedoch kein Synonym für Bitcoin. Blockchain ist die Technologie, auf der Kryptowährungen wie der Bitcoin aufbauen (korrekt ausgedrückt ist die Blockchain neben dem Proof-of-Work, Peer-to-Peer Netzwerken und Kryptographie eine der vier Technologien hinter Bitcoin, wie Andreas Antonopoulos erklärt).

Eine Blockchain, auf Deutsch »Blockkette«, ist eine Art elektronische Datenbank. In ihr werden Datentransaktionen gespeichert.

Die Nutzer einer Blockchain bilden eine Community und greifen über ihre Rechner auf die Blockchain zu.

Wenn zwei Nutzer kommunizieren, also Daten austauschen (beispielsweise in Form einer virtuellen Währung), so wird diese Datentransaktion gespeichert. Man kann sich eine oder mehrere Datentransaktionen als einen neuen Block vorstellen, der an die bestehende Blockkette angehängt wird. Bei Bitcoin entsteht ungefähr alle 10 Minuten ein neuer Block.

Die Teilnehmer verifizieren die Transaktionen des Netzwerkes, bevor diese gespeichert werden (dafür gibt es verschiedene Mechanismen). Ein verifizierter Block wird verschlüsselt, bevor er an die bestehende Blockkette angehängt wird.

Folgende Eigenschaften der Blockchain ergeben sich daraus: Die Blockchain ist eine vollständige Chronik aller Transaktionen innerhalb des Netzwerkes. Die Einträge sind rückwirkend nicht manipulierbar: Die Blockchain ist also unveränderlich. Zudem ist die Blockchain dezentral, das heißt, dass es keine übergeordnete (z. B. staatliche) Instanz gibt. Die Mitglieder der Gemeinschaft sind gleichberechtigt. Die Teilnehmer führen die Transaktionen direkt durch (Peer-to-peer). Jeder Community-Teilnehmer akzeptiert die Blockchain, indem er sie auf seinem Computer speichert.

So lassen sich digitale Transaktionen sicher und nachvollziehbar dokumentieren. 

Für Bitcoin ist die Blockchain quasi das Buchhaltungssystem aller Bitcoin-Transaktionen.

Die Blockchain Revolution

»Die Blockchain Revolution« von Don und Alex Tapscott
»Die Blockchain Revolution« von Don und Alex Tapscott

»Die Blockchain-Revolution« von Don und Alex Tapscott

»Die Blockchain Revolution« heißt ein Buch von Don und Alex Tapscott. 2016 ist das über 400 Seiten dicke Hardcover auf Deutsch im Plassen-Verlag.

NICHTS MEHR VERPASSEN
Melden Sie sich für den Newsletter an und erhalten Sie 10% auf nichts. Dafür informiere ich Sie über neue Beiträge auf die-volkswirtin.de.

Datenschutzerklärung


Das Vater-Sohn-Autorenduo zeigt die vielfachen Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie. Diese reichen weit über Kryptowährungen hinaus. Die Autoren tun das mit viel Enthusiasmus: Sie schwärmen von Effizienzsteigerungen für Unternehmen, wenn der Lieferant bei der Einfahrt des Lastwagens in die Lieferhalle automatisch bezahlt wird. Und von sogenannten Smart Contracts, intelligenten Verträgen, die zwei Parteien abschließen können, indem sie die Konditionen in einer Blockchain speichern. Sie erklären, warum die Blockchain dem Geschäftsmodell von Airbnb und Uber den Rang abläuft. Und warum Banken ihre Transaktionsgebühren schwer werden rechtfertigen können, wenn man über die Blockchain – ohne eine dritte Partei – Geld von einem Handy aufs nächste überweisen kann. Sie halten ein Plädoyer für zielgerichtete Entwicklungshilfe und erklären, wie Millionen von Menschen Zugang zum Finanzsystem erhalten können (derzeit kann nicht einmal die Hälfte der Menschheit ein Bankkonto eröffnen). Und sie zeigen auf, wie die Blockchain Chancen für mehr direkte Demokratie und Volksabstimmungen bringt.

Als Leser kann man nicht anders als zu glauben, dass die Blockchain eine ganz große Sache sein wird. Die Zukunft, eine Erfindung so groß wie das Internet selbst.

Dafür gibt es gute Gründe. Doch nicht jede Technologie setzt sich durch. Zum Ausgleich widmen sich die Tapscotts am Ende des Buches den Risiken und Nebenwirkungen der Blockchain-Technologie, wie zum Beispiel dem Stromverbrauch.

Das Buch liest sich leicht und flüssig, ist wenig technisch und lädt zu einer Reise in eine bessere, Blockchain-revolutionierte Welt ein. Die meisten Kapitel beginnen in gewohnt amerikanischer Manier mit Anekdoten. Die Erklärungen sind teilweise sehr ausschweifend.

Alles in allem eine leichte Einstiegslektüre zum Thema Blockchain.

Tapscott, Don und Alex: Die Blockchain-Revolution. Plassen Verlag. Hardcover. 2016. ISBN: 978386470388-1. 24,99 €.

»Die Blockchain-Revolution« als Fernsehdoku(s)

Zwei Fernsehdokumentationen aus den Jahren 2018 und 2019 heißen wie das oben vorgestellte Buch, haben jedoch nicht mit ihm zu tun. Die Dokus sind nicht so umfang- und detailreich wie das Buch. Sie eignen sich jedoch, um schnell einen Einblick in die Anwendungen der Technologie zu bekommen.

Derzeit (Februar 2021) sind die Dokumentationen in der ZDF-Mediathek (ab Minute 7:20 die Erklärung der Blockchain) und in der 3sat-Mediathek verfügbar.

Doku in der ZDF-Mediathek
Die erste Doku in der ZDF-Mediathek …
… und die zweite Doku in der 3sat-Mediathek

Man merkt, dass die ZDF-Doku aus dem Jahr 2018 ist, wenn ein Vorstand der Bundesbank anmerkt, Bitcoins seien spekulative Anlagen, da der Kurs können zwischen 200 und 2.000 Dollar schwanken könne. Der Kurs hat sich mittlerweile vervielfacht: Anfang 2021 erreichte der Bitcoin einen neuen Höchststand von knapp 46.000 Dollar (Stand 10.02.2021). Der Bitcoin-Kurs ist zweifelsohne volatil. Vielleicht gelingt es uns in Zukunft, eine weniger volatile Kryptowährung zu konzipieren? Vielleicht gibt es mehrere parallele Kryptowährungen?

Die Schweizer Stadt Zug hat als erste Behörde weltweit die Zahlung mit Bitcoins erlaubt. Sie experimentiert mit digitalen, blockchainbasierten Identitäten für ihre Bürger. Dolfi Müller, der ehemalige Stadtpräsident der Stadt Zug, beschreibt die Blockchain-Technologie als »ein bisschen anarchisch, aber im guten Sinne«.

Wir dürfen gespannt sein, wohin uns die Blockchain führen wird.

Beitrag weiterempfehlen:

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.