Lohnt es sich noch, in Sachwerte zu investieren? – Eine Neubewertung im Sommer 2025

SParschwein - wie investieren? Sachanlagen Gold, Bitcoin, Immobilien?

Im Jahr 2021 habe ich bereits einen Artikel mit der Überschrift geschrieben: »Lohnt es sich noch, in Sachwerte zu investieren?«. Damals waren Verschuldung, expansive Geldpolitik und Nullzinsen und natürlich Inflation Thema. Vier Jahre später hat sich die Welt verändert – aber nicht beruhigt.

Sachwerte wie Immobilien, Gold und Bitcoin sind in den letzten Jahren und Monaten im Preis gestiegen – zum Teil um ein Vielfaches.  Wer heute investiert, tut das oft nicht mehr am Anfang einer Preisbewegung, sondern mitten in einer Phase, in der viele Sachwerte bereits deutlich zugelegt haben. Daher die Frage: Sind Investitionen Sachwerte noch sinnvoll – oder ist der Zug abgefahren?  

Wie Investieren? In Sachanlagen wie Gold, Bitcoin oder Immobilien?
Bildquelle: pixabay

Vier Jahre später: Preise gestiegen

Der Goldpreis ist auf Allzeithoch. Mit 3.400 USD pro Feinunze (Stand 23. Juli 2025) hat sich der Preis im Laufe der letzten 12 Monate um 1.000 USD oder 40% erhöht.

Bei Bitcoin gab es in den letzten Wochen ebenfalls ein Revival: Der Bitcoin-Preis hat ebenfalls neue Höchststände erklommen. Vor gut 3 Jahren noch totgesagt mit einem Preis bei ca. 15.000 USD – liegt der Preis heute bei 118.000 USD, fast acht Mal so hoch!

Die Immobilienpreise sind hingegen in den letzten Jahren verlgleichsweise stabil geblieben.

Wer vor ein paar Jahren eingestiegen ist, durfte sich freuen. Doch was heißt das für heute? Ist es noch vernünftig, zu diesen hohen Preisen einzusteigen? Sehen wir uns die globalen Hintergründe an.

Verschuldung und Inflation – strukturelle Risiken verschwinden nicht

Die weltweite Verschuldung hat in den vergangenen Jahren ein neues historisches Ausmaß erreicht. Laut dem Internationalen Währungsfonds liegt die Staatsverschuldung bei nahezu 100 % der Weltwirtschaftsleistung oder 100 Billionen Euro (siehe Bericht von tagesschau.de).

Auch in Deutschland gab es erschreckende Entwicklungen. Zwar gibt sich die Bundesregierung »formal« konsolidiert, doch unter dem neuen Kanzler wurde 2025 ein neues »Sondervermögen« in unglaublicher Höhe beschlossen – diesmal nicht für die Bundeswehr, sondern für Infrastruktur, Digitalisierung und Transformation. Der Begriff des Sondervermögens ist, wie z. B. in diesem Artikel erläutert, irreführend: Es handelt sich nicht um echtes Vermögen, sondern um zusätzliche Sonderschulden in Höhe von rund 200 Milliarden Euro – außerhalb des regulären Haushalts.

Die Konsequenz liegt auf der Hand: Die Inflationsgefahr ist keineswegs gebannt. Zwar sind die Verbraucherpreise 2024 und 2025 wieder etwas moderater gestiegen, doch bei dieser Schuldenkulisse bleibt langfristig immer ein Risiko: dass Geldpolitik und Haushaltsdisziplin unter politischen Druck geraten – mit Folgen für den Wert unserer Währung. Die Inflation könnte zu einem dauerhaften und in Zukunft noch gravierenderem Problem werden. Die Volkswirtin warnt regelmäßig.

Investieren?

Wer heute in Sachanlagen investiert, kauft häufig nicht zum Schnäppchenpreis. Preiskorrekturen sind möglich – und in manchen Märkten, nach den rasanten Anstiegen in letzter Zeit, sogar wahrscheinlich. Doch das ändert nichts an der grundsätzlichen Logik: Wer Zweifel an der langfristigen Stabilität des Finanzsystems hegt – und diese Zweifel sind angesichts der aktuellen Lage nicht unbegründet – trifft mit Sachwerten keine modische, sondern eine strategische Entscheidung. Denn während Geldsysteme sich verändern können, haben reale Güter einen bleibenden Wert.

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Es geht auch um die Erwartungen. Vielleicht reicht der Anspruch, Vermögen mittelfristig zu erhalten (was nicht passiert, wenn man Geld beim aktuellen Kaufkraftverlust und lächerlich geringen oder nicht vorhandenen Zinsen auf dem Konto lässt).

Immobilien, Gold oder Bitcoin?

Eine Analyse der einzelnen Anlagekategorien gab es in meinem vergangenen Artikel, daran hat sich nicht viel geändert.

Bitcoin fasziniert mich seit Jahren (nicht wegen Anlagespekulation, sondern wegen der Gedanken hinter dem Konzept). Eine Einführung »Was ist Bitcoin?« gibt es hier.

Und ein Satz zu Aktien: Mich erstaunt, wie die Aktienmärkte insgesamt bergauf gegangen sind. Hier könnte es auch zu Korrekturen kommen. Gold ist für mich die klassischere Sichere-Hafen-Investition.

Und Diversifikation ist ein wichtiges Grundprinzip beim Investieren. Am besten nicht alles in eine Vermögenskategorie investieren, sondern das Risiko durch verschiedene Anlagen streuen.

Fazit

Lohnt es sich also noch, in Sachwerte zu investieren?

Die Antwort lautet wenig überraschend: Ja.

Es geht nicht um Schnäppchenjagd, sondern um die Betrachtung des Gesamtumfelds: Sachwerte bieten nicht unbedingt die schnellsten Renditen (wer weiß, vielleicht doch?), können aber definitiv für langfristige Stabilität und Sicherheit sorgen. Betrachtet man makroökonomische Faktoren wie die Schuldenentwicklung, sind Zweifel an der Geldwertstabilität angebracht. Eine Investition in Sachwerte trotz jüngster Preissteigerungen immer noch sehr sinnvoll sein.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar. Die Einschätzungen und Analysen spiegeln die persönliche Meinung der Autorin wider und ersetzen keine individuelle Finanzberatung. Investitionen in Sachwerte sind mit Risiken verbunden – einschließlich möglicher Verluste.

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