Wie funktioniert unser Geldsystem wirklich? Andreas Ammer beleuchtet in seinem Buch »Fiat-Geld vs. Bitcoin – Warum wir über Sozialismus und Geldsystem nachdenken sollten«, warum staatliche Geldmonopole problematisch sein können, welche Rolle Bitcoin in einer freien Marktwirtschaft spielen könnte und warum wir unser Verständnis von Geld und Wirtschaft dringend hinterfragen sollten.

Vor einigen Jahren stieß ich durch einen Artikel im Schwarzwälder Boten auf Andreas Ammer und sein Buch: »Geld und Geldschöpfung – Wie unser Geldsystem wirklich funktioniert«. Damals erschien es mir als ein interessanter Einstieg in die Funktionsweise unseres Geldsystems – ein Fundament, auf dem sich weiterdenken lässt. Nun hat Ammer mit »Fiat-Geld vs. Bitcoin – Warum wir mit dem Sozialismus abrechnen müssen« nachgelegt. Er liefert eine fundierte Analyse unseres gegenwärtigen Wirtschafts- und Geldsystems.
Das Buch greift Themen auf, die auch mich als Volkswirtin immer wieder beschäftigen:
- Die stetig steigende Staatsquote und die Frage, ob wir noch von Kapitalismus sprechen können oder bereits sozialistische Strukturen beobachten (vgl. den Volkswirtin-Artikel »Staatsform Bankensozialismus?«).
- Die Frage nach der Tragfähigkeit unseres Systems angesichts hoher Staatsverschuldung und anhaltender Inflation.
- Nicht zuletzt die Rolle des Bitcoin als mögliche Alternative zu zentralem Fiat-Geld.
Ammer spannt dabei einen Bogen von den Ideen der Österreichischen Schule über klassische Themen wie Wachstum und Inflation bis hin zur Kritik an der Mainstream-Ökonomie, wie sie an Universitäten gelehrt wird. Rückblickend frage ich mich als ehemalige Wirtschaftsstudentin: Warum habe ich diese Lehrmeinungen nicht schon früher hinterfragt?
Für mich hat Andreas Ammer die verschiedenen Fragestellungen wie ein Puzzle zusammengefügt und auf den Punkt gebracht. Die Kernaussagen lassen sich so zusammenfassen:
- Sozialistische Strukturen im Geld- und Wirtschaftssystem steigern nicht den Wohlstand eines Landes und seiner Bürger – im Gegenteil. Der Buchautor liefert eingehende Beispiele aus der Geschichte.
- Systeme mit staatlichem Geldmonopol neigen dazu, sozialistische Tendenzen zu entwickeln. Andreas Ammer bezieht sich auch auf die aktuelle Situation.
- Eine freie Marktwirtschaft, zu der auch ein dezentral organisiertes, staatlich unabhängiges Geld gehört, kann langfristig zu mehr Wohlstand führen.
- Bitcoin und andere dezentrale digitale Währungen könnten eine Option sein, diese Unabhängigkeit zu stärken.
Das Buch lädt nicht nur zur Auseinandersetzung mit der Geldtheorie ein, sondern regt auch an, unser wirtschaftliches Grundverständnis kritisch zu hinterfragen – gerade in Zeiten, in denen Geldpolitik, Inflation und Schuldenstand immer wieder diskutiert werden uns unser aktuelles System zu wackeln scheint.
Für alle, die sich tiefergehend mit der Frage beschäftigen wollen, wie unser Geldsystem funktioniert und welche Alternativen es gibt, bietet Andreas Ammer einen klaren, gut strukturierten Einstieg – ohne die Diskussion zu simplifizieren, aber mit dem Blick dafür, welche Konsequenzen unsere Entscheidungen langfristig haben können. Das Konzept von Bitcoin erklärt der Autor sachkundig und detailliert.


