Wenn über die Wirtschaft gesprochen wird, fällt ein Begriff fast reflexartig: Wachstum.
Wirtschaftsforschungsinstitute messen das Wirtschaftswachstum hierzulande pro Quartal auf die Nachkommastelle und stellen fleißig Prognosen für die Zukunft an. Die Politik wiederum spricht vom Wachstum, als wäre es ein Naturgesetz – mal hoffnungsvoll, mal mahnend, aber immer mit derselben impliziten Botschaft: Ohne Wachstum geht es nicht.
Viele Menschen hingegen sehen die Verlockung zu immer mehr Konsum kritisch – und fragen sich, unter welchen Bedingungen Produkte entstehen und welche Auswirkungen das auf die Umwelt hat. Die Post-Wachstums-Bewegung gewinnt an Sichtbarkeit. Ihre Vertreterinnen und Vertreter fragen: »Warum eigentlich immer mehr?« Und: »Ist ewiges Wachstum in einer endlichen Welt überhaupt möglich?«
Diese Fragen sind berechtigt – vielleicht sogar notwendiger denn je. Doch sobald man sich der Funktionsweise unseres heutigen Wirtschaftssystems nähert, stößt man auf eine unbequeme Wahrheit: Im aktuellen System ist Wachstum keine Option, sondern eingebauter Systemdruck.
